An Windkraft in Taunusstein führt künftig kein Weg vorbei

Es wird immer wärmer auf dem Planeten. Dürren, Überschwemmungen und Stürme werden durch die Klimaveränderung nicht nur häufiger, sondern dauern auch länger und breiten sich räumlich weiter aus, schreibt die Redakteurin des Wiesbadener Kurier, Barbara Dietel, am 18. März dieses Jahres. Der Klimawandel beschäftigt aber nicht nur die jährliche Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, umgesetzt werden müssen die Maßnahmen gegen die Erwärmung auch von den Menschen in den 17 Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises, so die Lokalredakteurin. In der Redaktion wurde beschlossen, aus dem Themengebiet Energiewende eine Serie zu machen.

Wie funktioniert also die Energiewende vor Ort im Rheingau-Taunus-Kreis? Welche Probleme gibt es? Was läuft gut?

An Windkraft im Rheingau führt künftig kein Weg vorbei

Der Rheingau gehöre zu den Gegenden in Hessen, wo der Wind am kräftigsten wehe, beschreibt der Kurier-Artikel. 850 Hektar seien nach dem Teilplan Erneuerbare Energien dort Vorrangfläche für Windkraftanlagen. Aber bisher steht kein einziges Windrad auf den ausgewählten Flächen in Walluf, Eltville, Oestrich-Winkel, Geisenheim und Rüdesheim, die zum großen Teil in städtischem Besitz sind.

Die Klimaschutzziele und der Krieg in der Ukraine zwingen dazu, sich wieder mit Windkraft im Rheingau zu befassen, konstatiert Kurierredateurin Dietel im WK-Bericht. Was für den Rheingau gilt, gilt auch für den Untertaunus, gilt auch für Taunusstein. Der 177 Seiten starke Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP, der am 7. Dezember 2021 unterzeichnet wurde, hält fest:

Wir werden sicherstellen, dass auch in weniger windhöffigen Regionen der Windenergieausbau deutlich vorankommt, damit in ganz Deutschland auch verbrauchsnah Onshore-Windenergie zur Verfügung steht (und Netzengpässe vermieden werden).

Die Kurierredakteurin zitiert Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne), dieser bringe es auf den Punkt:

Es ist auch nötig, Windräder im Wald zu errichten, um zu verhindern, dass der Klimawandel eben diese Wälder zerstört.

Nun gibt es auch in Taunusstein Vorranggebiete für Windenergie. Von den ehemals fünf dafür ausgewiesenen Flächen stehen nach einer Änderung des Teilregionalplans Erneuerbare Energien Südhessen jetzt nur noch drei im Plan. Die Hessische Landesregierung hat die 1. Änderung des TPEE 2019 am 24. Januar 2022 mit Schreiben vom 1. Februar 2022 genehmigt. Also können wir bauen und regional Strom erzeugen?

Am Horizont drehen sich Windräder

Auf den Taunushügeln sind von Taunusstein-Wehen aus in der Ferne Windräder zu sehen. In Wehen dagegen, im sogenannten Vorranggebiet für Windenergie im Bereich „Eichelberg/Rentmauer“ steht kein einziges Windrad. Bislang ist der Bau auch nur eines dieser Anlagen hier nicht einmal in Betracht gezogen worden. Noch 2017 hat der Magistrat der Stadt Taunusstein die Herausnahme des vorgesehenen Vorranggebietes Eichelberg/Rentmauer (Nr. 2-377) zur Nutzung der Windenergie im Bereich des Taunuskammes für unverzichtbar gehalten. Im Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien (TPEE) Südhessen wird dieses Gebiet auf Seite 55 weiterhin aufgeführt und ist als Vorranggebiet für die Nutzung durch Windenergie vorgesehen.

Im Koalitionsvertrag steht, dass die Regierung dafür Sorge tragen will, dass Kommunen von Windenergieanlagen und größeren Freiflächen-Solaranlagen auf ihrem Gebiet finanziell angemessen profitieren können. Wird diese Aussicht auf eine Einnahmequelle für die Stadt Taunusstein zu einem Umdenken führen und den Bau erneuerbarer Energieanlagen auf städtischem Territorium möglich machen?

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